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NACHLESE

Unter dem schillernden Motto «Es scheint mir offensichtlich, dass hinter jedem sichtbaren Wort ein weiteres lauert» hatte Jan Peters für den 25. April zu einer Lesung im Jugend- und Kulturzentrum Violahof in Kaiseraugst eingeladen. Vor ca. 60 Anwesenden gab der Kaiseraugster Schriftsteller und Satiriker dann in einer Tour d’horizon einen Einblick in sein vielfältiges Schaffen, über das sich manches sagen liesse, aber ganz sicher eines nicht – dass es «Fast food»-Charakter habe.

Darauf eingehend, dass seine Texte oft als schwierig angesehen werden, fragte Jan Peters gleich eingangs rhetorisch bis leicht provozierend, ob das Publikum denn wohl behaupten würde, dass das eigene Leben einfach sei. Und dann erwarte man von seinen Texten, dass sie einfach sein sollten? Das ginge wohl etwas am Leben vorbei, meinte der Autor verhalten lächelnd, bevor es ans «Eingemachte» ging.

Beginnend mit der Presserezeption von «Tief im Norden», seinem Erstling, in dem Jan Peters in Schleswig-Holstein gemachte niederschmetternde Lebenserfahrungen in Form einer schroffen Chronik dargestellt hat, über «Sebastian», seinen autobiographischen Entwicklungsroman, bis hin zu seinem erst kürzlich in einer Neuauflage aktualisierten «Leben und Wirken des Samuel Brüllhenne» (siehe MEDIENMITTEILUNG auf dieser Seite unten), demonstrierte jp, was er unter «Qualitätstexten made in Kaiseraugst» versteht. Und dass «Kunst von Können» komme, gelte nicht nur für den Bildhauer, der einen «David» meisseln wolle, sondern gleichermassen für Schriftsteller, wenn auch deren Produkte nicht ganz so spektakulär daherkommen wie Standbilder vor den Florentiner Uffizien oder die Deckenbemalung der Sixtinischen Kapelle.
Mittels etlicher Exkurse in die Linguistik und Literaturwissenschaften belegte jp, dass zumindest seine Ansprüche in denjenigen Bereichen angesiedelt sind, die im Sport Champions League oder Formel 1 heissen. Aber auch der Humor kam nicht zu kurz, als der Autor dem Publikum vorrechnete, dass sämtliche Wörter, die er bisher geschrieben habe, insgesamt eine Höhe von Mount Everest und Eigernordwand übereinandergestapelt ergäben. Wobei er offenliess, ob er sich durch diese «Worthöhe» versucht fühlen könnte, auf die Leserschaft herabzublicken.

Eine nachdenkliche Zuhörerschaft, die sich während der Lesung stellenweise stark gefordert fühlte, wird diesen Abend so schnell nicht vergessen. Denn wie sagte der Autor doch gleich zu Beginn: «Schreiben ist das grösste Abenteuer meines Lebens!»

©YASNYSchweizer Kompetenzzentrum für Qualitätstexte



MEDIENMITTEILUNG

Vor zwei Jahren erschien Jan Peters’ «Leben und Wirken des Samuel Brüllhenne». Um dieses kuriose Werk hat sich mittlerweile eine verschworene Gemeinschaft von Adepten geschart, welche die Brüllhenne-Vorkommnisse mit einer Mischung aus Erstaunen und Hinwendung betrachtet. Als der Autor dann später zur Überzeugung gelangte, dass er Fragen nach Sinn & Zweck seines Opus Nr. 7 nicht mehr länger ausweichen dürfe, schob er Ende März 2018 eine wesentlich erweiterte Neuauflage nach. Beurteilt nach dem Kriterium Schrägheit, begegnet das neue Material dem alten definitiv auf Augenhöhe.

Die groteske Saga des «Samuel Brüllhenne» hat bei Teilen der Leserschaft – vermutlich versprengten Resten der Alt-68-Anhängerschaft der unübertroffenen Frankfurter PARDON – nach und nach zaghafte Zuneigung zum tragischen Protagonisten erwecken können. Grund genug für Jan Peters, in einer 2. Auflage textadäquate Lesehilfen zum vertiefenden Verständnis des weitgehend selbstreferentiellen Opus zu publizieren. Dies macht die Neuauflage, deren surrealistische Titelgestaltung bereits darauf hindeutet, dass das Publikum von diesem Buch alles, aber nichts Gewöhnliches erwarten sollte, zu einer Studienausgabe, wie sie in der Belletristik bislang nicht üblich war.
 
Jan Peters, Brüllhenne-Markenbotschafter, meint dazu: «Der Mehrwert eines Buchs bemisst sich heutzutage nicht mehr an seinen ästhetischen Dimensionen, sondern muss darüber hinausweisen. Im Zusammenhang mit der Industrie 4.0, die uns tagtäglich mit neuen Herausforderungen konfrontiert, beruhigt es, wenn wir auf etwas zurückgreifen können, dem wir vertrauen und dessen Handhabung uns nicht vor unlösbare Probleme stellt, wie sie z. B. regelmässig bei der Installation eines 3-D-Druckers auftreten – entgegen scheinheiligster Herstellerzusicherungen! Aus diesem Grunde haben wir unsere erweiterte Neuauflage mit kinderleicht zu handhabenden ‹Bonusmaterialien› bestückt, die selbst Digital natives bedienen können: lesen, umblättern, Teil der Community werden. Es handelt sich bei ‹Bonusmaterialien› um eine Art Kompendium zur Kalibrierung der linguistischen Einheit ‹Brüllhenne›, die man auch als ‹Screenshot scheinbar chaotisch organisierter Bewusstseinsinhalte› beschreiben könnte – ähnlich dem Anblick, den die Steinbrüche von Carrara unmittelbar nach der Sprengung bieten; wobei die Brüllhenne’sche Matrix nicht aus metamorphem CaCO3, sondern synaptisch schaltbaren Neuronengeflechten besteht.»

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